Favola Mia

Es war einmal ein Tal, ein goldenes Tal, in dem Geheimnisse sorgfältig aufbewahrt wurden. In diesem Tal wohnte eine geheimnisvolle Fee, die von einem berauschenden Duft umgeben war. Die Grüne Fee. Sie war einem geheimnisvollen Absinth-Elixier entsprungen und umgab sich gern mit Kultobjekten wie einem gelochten oder geschlitzten Löffel, einem Stück Zucker und einem Brunnen mit kaltem Wasser. Erst wenn das eiskalte Wasser das Elixier berührte, vollzog sich das Feenwunder. Das Getränk trübte sich plötslich, es entstanden erst konsentrische Kreise und dann kleine Wellen, die emporstiegen und zu Wirbeln und Strudeln wurden - erst dann erschien der rebellische Geist der Grünen Fee, der aus dem Wasser zu steigen und zu Leben ze ervachen schien. Mutig und spitzbübisch wie sie war, gign sie auf Wanderschaft und besuchte Heuböden, schlüpfte in Destillierkolben, parfümierte Küchen, erfreute Gaststätten und verzuberte alla diejenigen, die sich ihr näherten. Eines Tages, auf der Suche nach neuen Abenteuern, verließ sie ihr Tal und entschloss sich, in die weite Welt zu ziehen. Sie machte Halt in der Villa Lumière, wo sie den Ruhm kennenlernte und zog weiter bis in unseren Piemont. Dann zog es sie nach Paris, wo sie die vielen Cafés besuchte, in denen die Frauen ihre Ehre und die Männer ihren Verstand verloren und die Poeten verflucht wurden. Die Grüne Fee hatte sich in ein niederträchtiges Wesen verwandelt. Es begann eine regelrechte Verfolgungsjagd, eine Hexenjagd, aber die Fee schaffte es immer wieder, rechtzeitig zu verschwinden, sich zu verstecken, bei ihren untertänigen Dienern, den illegalen Schnapsbrennern, Unterschlupf zu finden. Die Jahre vergingen, aber die Fee blieb ungreifbar. Man sah sie abends aus geheimen Kellern steigen, bei Sonnenaufgang vorbei huschen, in der Nähe eines abgeschiedenen Wirtshauses, im Wald oder einer Wegverzweigung. Die Grüne Fee irrte ziellos umher, erschien un verschwand immer wieder. Sie träumte vor sich hin und nur diejenigen, die sie liebten und ehrten, konnten sie sehen. Die Fee hat die fiege Leidenschaft der Familie Berta verstanden. Die leidenschaft für den Weingeist. Die Leidenschaft, ohne die es keinen Absinth gäbe. Im Schloss von Monteu Roero hat sie sich versteckt und offenbart: süß, anmutig und edel. Wie in einem Märchen. Mein Märchen.

Alkoholgehalt: 42%vol. Flascheninhalt: cl 70 Glasempfehlung: Calice SELEZIONE

Favola Mia.